Die Arbeit für die Sicherheit
Im Nahbereich Frankfurt am Main kreuzen jede Stunde alleine an die 80 Flugzeuge den Luftraum. Damit diese alle koordiniert werden können, muss der Austausch zwischen dem Bordpersonal und der Bodenstation funktionieren. Jedes Jahr kontrollieren die 1800 Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung drei Millionen Flugbewegungen. Dabei blicken sie auf drei Radarschirme, die in einem halbrunden Oval angeordnet sind. Für einen dreidimensionalen Sektor im deutschen Himmel ist ein Team von zwei Lotsen zuständig. Rund sechs Minuten bleibt ein Flugzeug in diesem. Ohne die Ingenieure wären die Fluglotsen bei ihrer Arbeit aufgeschmissen und eine Flugsicherung wäre damit nicht möglich.
Ingenieure als Übersetzer
In der DFS sind die Ingenieure nach den Fluglotsen die zweitgrößte Berufsgruppe. Rund ein Viertel der Beschäftigten sind Informatiker, Nachrichtentechniker, Maschinenbauingenieure und Luft- und Raumfahrttechniker. Da der Automatisierungsgrad in der Flugsicherung gering ist, müssen sie ein großes Maß an Überzeugungskraft leisten. Noch immer notieren sich die Lotsen alle Kommandos auf kleinen Papierstreifen. Bei den Fluglotsen ist die Situation vergleichbar mit der im Cockpit vor zwanzig Jahren, als die Maschine noch von drei bis fünf Menschen manuell gesteuert wurde. Die Ingenieure sind heute die Übersetzer zwischen der neuen Technik und den Lotsen. So zu sagen der Kitt dazwischen. Daher sind die Weiterbildungen Frankfurt am Main sehr wichtig.
Klare Verteilung der Rollen und der Aufgaben
Die Rollenverteilung und die Arbeitsteilung ist in der DFS ganz genau geregelt. Dabei stehen die Fluglotsen im Mittelpunkt der Sicherung und die Ingenieure liefern die technischen Mittel, die sie für ihre Arbeit benötigen. Auch wenn die DFS im vergangenen Jahr sieben Prozent weniger Starts und Landungen im Gegensatz zum Vorjahr verzeichnete, möchte sie in diesem Jahr 60 bis 80 gut ausgebildete Informatiker, Ingenieure und Techniker einstellen. Hierbei soll es sich um junge Hochschulabsolventen und junge Berufstätige handeln.
Die Ingenieure erlernen in Einführungskursen, die zwischen ein paar Tagen und mehreren Monaten dauern, ihr Handwerk. Hier bekommen sie alles vermittelt, was sie für ihre Arbeit in der Flugsicherung wissen müssen. So beispielsweise wie die Fluglotsen mit der Flugzeugbesatzung kommuniziert und welches Flugzeug wie und wann am Himmel Vorfahrt hat.
Zusammenführung der verschiedenen Systeme
Die Abstimmung der IT-Systeme der verschiedenen der DFS intern und künftig auch einmal EU-weit ist eines der Hauptaufgaben einiger Ingenieure. Dadurch sollen alle Flugsicherungssysteme in Europa zusammengeführt werden und so Doppel- und Mehrfachentwicklungen vermieden werden. Und die Ingenieure denken weiter. Dem Ergebnis von Studien zur Folge soll sich das Aufkommen des Flugverkehrs bis zum Jahr 2020 verdoppelt haben. Doch bereits jetzt ist der Luftraum über Europa mehr als voll, auch wenn es die Laien kaum glauben können. Damit sieht der Luftraum der Zukunft wie folgt aus. Mehr Flugaufkommen bei einer größeren Sicherheit, weniger Emissionen und eine geringer Lärmbelästigung. Hierfür reizen die Ingenieure die Systeme bereits bis ins letzte aus.